Hotspot- und Branderkennung für Waldbrandlagen

Bevor aus einem Funken Zeitdruck wird

PyroScout verbindet Drohnen, Wärmebildtechnik und KI zu einer klaren Hotspot- und Branderkennung über den gesamten Brandzyklus: Früherkennung in vulnerablen Gebieten, Brandwache gegen Wiederentzündung und Schadensaufnahme nach dem Brand. Für Teams, die nicht mehr Daten brauchen, sondern frühere und bessere Entscheidungen.

Simulierter Kontrollflug: Eine Drohne fliegt ein Waldgebiet in Bahnen ab, erkennt einen Hotspot und bestätigt ihn auf der nächsten Bahn. Hotspot erkannt Simulierter Kontrollflug
Simulierter Kontrollflug über einem Waldgebiet: Bahn für Bahn, bis ein Hotspot auffällt. Orthofoto: basemap.at
Hintergrund

Das Risiko endet nicht mit den Flammen

Längere Trockenphasen und Hitze erhöhen das Waldbrandrisiko. Besonders in den trockenen Sommermonaten können kleine Brände rasch außer Kontrolle geraten und Ökosysteme, Siedlungen und Infrastruktur gefährden.

Auch nach dem Löscheinsatz bleiben Glutnester eine Gefahr: In Wurzelwerk, Totholz oder Bodenstreu ist Hitze für das Auge unsichtbar und kann eine Wiederentzündung auslösen. Nachkontrollen im unwegsamen Gelände sind aufwendig und gefährlich, und hunderte Einzelbilder pro Überflug zeigen noch nicht, wo es wirklich heiß ist.

Raster aus dutzenden Wärmebildern von Drohnenflügen, jedes mit seiner Höchsttemperatur
Jedes Bild mit eigener Höchsttemperatur: Ohne Auswertung bleibt offen, wo es wirklich heiß ist.
  • 48 % der Fläche Österreichs ist Wald Quelle: ORF
  • 269 Waldbrände bis Ende Juli 2026, Schnitt seit 1993: 149 pro Jahr Quelle: KFV
  • 24 Tage bis „Brand aus“ im Lesachtal 2026, bei 110 ha betroffener Fläche Quelle: ORF Kärnten
Im Video

PyroScout kurz erklärt

Vom Überflug über das Wärmebild bis zur Meldung im Lagebild, mit echten Daten aus einem Testflug.

Methodischer Ansatz

Vom Überflug zum Lagebild

Drohnen mit thermaler und multispektraler Bildgebung erfassen Hitzequellen und lokalisieren sie präzise – ob zur Früherkennung, zur Brandwache oder zur Aufnahme der Auswirkungen nach einem Brand. Die thermale Bildgebung macht selbst kleine, für das Auge unsichtbare Hitzequellen sichtbar.

01 · Erfassen

Systematische Überflüge statt Suche im Gelände

Drohnen wie die DJI Mavic 3T fliegen vordefinierte Routen und Sektoren wiederholbar ab, auch in steilem Gelände und ohne manuelle Steuerung. Sie erfassen Wärme-, Sicht- und multispektrale Daten als flächendeckende, reproduzierbare Grundlage. Einsatzkräfte müssen nur noch dort ins Gelände, wo es nötig ist.

≈ 80 m Flughöhe als Kompromiss aus Abdeckung und Genauigkeit
Orthofoto mit Feld und Waldrand, darüber die Flugroute der Drohne in parallelen Bahnen
Die tatsächliche Route von Testflug #10. Orthofoto: basemap.at
02 · Analysieren

Hitze sichtbar machen, die man nicht sieht

Das Backend verarbeitet Bilder und Metadaten nahezu in Echtzeit. Jedes Wärmebild wird in Rasterzellen zerlegt, deren Maximaltemperatur gegen einen Schwellwert geprüft wird; auffällige Zellen werden zu Hotspots gebündelt.

  1. Wärmebild
  2. Rasterzellen
  3. Maximaltemperatur
  4. Schwellwert
  5. Cluster

KI als zusätzlicher Prüfschritt. Ergänzend zu den regelbasierten Verfahren unterstützt künstliche Intelligenz dabei, auffällige Muster von harmloser Wärme zu unterscheiden und Treffer mit Lagebezug und Priorität ins Dashboard zu bringen.

< 1 m² kleine Wärmequellen in kontrollierten Tests zuverlässig erkannt
Wärmebild mit einem hellen Hotspot am Waldrand Sichtbild desselben Ausschnitts: Waldrand, Weg und Feld, keine Hitze erkennbar
Regler ziehen: Aufnahme #1101 aus Testflug #10, Sicht- und Wärmebild derselben Stelle, überlagert wie in der App.
03 · Verorten & melden

Klare Prioritäten vor Ort

Über die Telemetrie der Drohne wird jeder Hotspot georeferenziert und im Web-Lagebild als Gefahr angezeigt, mit Temperatur, Position und den zugehörigen Aufnahmen. Mit einem Klick wird ein Brand gemeldet oder ein Fehlalarm verworfen. Relevante Stellen werden so rechtzeitig informiert, und jeder Überflug bleibt mit Bildern und Metadaten nachvollziehbar dokumentiert.

≈ 5 m Lokalisierungsgenauigkeit über die Drohnentelemetrie
PyroScout Web-App, Ansicht Gefahr #8: Temperaturen, Position, Karte und Wärme- und Sichtbild
Gefahr #8 in der PyroScout Web-App: Höchsttemperatur 131 °C, Position 47.79572 / 15.97205.
Einsatzszenarien

Ein System für den gesamten Brandzyklus

Die gleiche Kombination aus Drohne, Wärmebild und KI-Auswertung deckt mehrere Aufgaben ab. Entscheidend ist immer dasselbe: verlässlich erkennen, wo Hitze ist – und was das für die Lage bedeutet.

Drohne über Bergwald, im Wärmebild eine Hitzeanomalie
Vor dem Brand

Früh­erkennung

Wiederkehrende Überflüge in vulnerablen Gebieten erkennen Hitzeanomalien, bevor daraus eine großflächige Lage wird.

Drohne über einer verbrannten Waldfläche
Nach dem Brand

Schadens­aufnahme

Betroffene Fläche, Ausmaß und – soweit ableitbar – Zerstörungsgrad werden nachvollziehbar dokumentiert.

Web-App

Priorität statt Bilderflut

Aus Flugdaten wird ein bedienbares Lagebild: Flüge, Hotspots und Gefahren auf der Karte, jede Aufnahme mit Temperatur und Position, jede Meldung nachvollziehbar.

  • Wiederholbare Abläufe

    Vordefinierte Sektoren und klare Sichtungsschritte reduzieren Ad-hoc-Entscheidungen.

  • Frühwarnung mit Kontext

    Eine Meldung ist wertvoll, wenn Lage, Flugbezug und Relevanz direkt mitgeliefert werden.

  • Nachvollziehbare Dokumentation

    Jeder Überflug wird mit Bildern und Metadaten gespeichert; Kontrollen und Schadensflächen sind objektiv belegbar.

Einsatzübersicht: Karte mit Flugorten in Österreich und Liste der Flüge mit Gefahrenstatus
Einsatzübersicht: alle Flüge eines Zeitraums auf der Karte, offene Gefahren auf einen Blick.
Flugdetail: Flugroute über der Karte, Kennzahlen zu Flugdauer, Hotspots und Gefahren
Flugdetail: Route, Flugdauer, Hotspots und Gefahren eines Fluges.
Aufnahmen eines Fluges als Raster aus Wärmebildern mit Temperatur und Position
Aufnahmen: jedes Wärmebild mit Temperaturbereich, Flughöhe und Position.
Gefahr-Detail mit Wärme- und Sichtbild, Karte und den Schaltflächen Brand melden oder Fehlalarm
Gefahr: Wärme- und Sichtbild, Position und die Entscheidung „Brand melden“ oder „Fehlalarm“.
Ergebnisse und Ausblick

Was die ersten Tests zeigen

Das Projekt prüft, ob handelsübliche Drohnen, Standardsoftware und künstliche Intelligenz kosteneffizient und verlässlich bei der Erkennung von Waldbränden und Glutnestern helfen. Erste Tests zeigen: Die Brandwache ist der unmittelbar stärkste Anwendungsfall.

  • ≈ 80 m Flughöhe als praktikabler Kompromiss aus Flächenabdeckung und Detektionsgenauigkeit
  • < 1 m² Kleine Wärmequellen in kontrollierten Tests zuverlässig erkennbar
  • ≈ 5 m Lokalisierungsgenauigkeit auf Basis der Drohnentelemetrie

Einordnung

PyroScout ersetzt bestehende Verfahren nicht, sondern ergänzt sie als geodatenbasiertes Entscheidungswerkzeug: weniger Suchaufwand, bessere Nachvollziehbarkeit, klarere Prioritäten im Gelände.

Nächste Schritte

  • Feldtests mit den Partnergemeinden und Feuerwehren unter realistischen Einsatzbedingungen
  • Ausbau der KI-gestützten Analyse
  • Kombinierte Auswertung von Wärmebild-, multispektralen, Geo- und Vegetationsdaten
Partner

Kompetenz aus Sicherheitsforschung und Geoinformation

PyroScout ist im Zusammenspiel von Forschung, technischer Umsetzung und operativer Anwendbarkeit gedacht. Die Partner bringen Perspektiven aus Prävention, Risikoanalyse, räumlicher Datenverarbeitung und Softwareentwicklung ein.

Tablet mit dem PyroScout-Lagebild, im Hintergrund eine Drohne über bewaldetem Bergland

Kuratorium für Verkehrssicherheit

Perspektive auf Prävention, Risikobewertung und gesellschaftliche Sicherheitswirkung.

Spatial Focus

Technische Umsetzung mit Fokus auf Geodaten, Webanwendungen und räumliche Entscheidungsgrundlagen.

Kontakt

Fragen zum Projekt?

Für Fragen zu PyroScout, Fach- und Presseanfragen sowie technische Abstimmungen ist das Projektteam per E-Mail erreichbar.

Projektkontakt

  • E-Mail [email protected]
  • Schwerpunkte Drohnen, Thermalbild, KI-Auswertung, Lagebilder
  • Region Österreich und DACH-Raum